27.02.2026 - Zeckenalarm: Nordsachsen als Risikogebiet eingestuft

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Viren verursachte Infektion, die zumeist durch Zeckenstiche übertragen wird. Sie kann Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündungen hervorrufen.

Zu FSME-Risikogebieten werden Regionen erklärt, in denen für Einwohner oder Besucher ein Erkrankungsrisiko besteht. Dieses wird anhand der FSME-Fälle der Vorjahre errechnet. In die Bewertung werden nicht nur die im Landkreis gemeldeten Fälle einbezogen, sondern auch die Fallzahlen der angrenzenden Kreise.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte, dem Risiko könne mit Hilfe einer sicheren und verträglichen Impfung begegnet werden. „Bitte nutzen Sie dafür die Möglichkeit der Beratung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt“, sagte die Ministerin.

Im vorigen Jahr wurden in Sachsen insgesamt 48 Erkrankungen an FSME gemeldet. Die Infektionsorte lagen bei 45 Erkrankten in Sachsen, zwei Patienten infizierten sich in Bayern, ein Patient in der Slowakei. Bei den Betroffenen (32 männlichen und 16 weiblichen Geschlechts) handelte es sich um 40 Erwachsene im Alter zwischen 20 und 81 Jahren sowie sechs Kinder im Alter zwischen 3 und 11 Jahren und zwei 15 beziehungsweise 16 Jahre alte Jugendliche. 30 der Erkrankten litten nur unter grippalen Krankheitszeichen und Kopfschmerzen, während 18 Patienten eine neurologische Symptomatik aufwiesen (Meningitis und Enzephalitis, also Entzündung des Gehirns oder seiner Häute). Die Auswertung der über die kassenärztliche Vereinigung in Sachsen abgerechneten Impfdosen zeigt, dass 2024 nur 19,5 Prozent der sächsischen Bevölkerung über einen ausreichenden Impfschutz gegen FSME verfügten.

Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis zu erkranken verhältnismäßig gering. Es wird geschätzt, dass in Risikogebieten zwischen 0,1 bis maximal 5 Prozent aller Zecken das FSME-Virus in sich tragen. Es kommt bei 10 Prozent der Zeckenstiche zur Infektion des Gestochenen. Eine Infektion verläuft dann in mehr als 70 Prozent der Fälle ohne Symptome.

Wenn Krankheitszeichen auftreten, so sind dies ungefähr eine Woche nach dem Zeckenstich zunächst grippeähnliche Beschwerden und meistens bleibt es auch dabei. In einigen wenigen Fällen kommt es aber auch zu schweren Verläufen. Nach einem beschwerdefreien Intervall können dann ein bis drei Wochen nach der Infektion hohes Fieber, Entzündungen des Gehirns und seiner Häute, Lähmungen und komatöse Zustände auftreten.

Die Zahl der schweren Verläufe steigt mit dem Lebensalter. Bis zu 20 Prozent der Patienten leiden unter Folgeschäden und jeder hundertste Betroffene stirbt an dem schweren Verlauf der Erkrankung. Da keine speziell wirksame Therapie zur Verfügung steht und im Krankheitsfall nur die Symptome behandelt werden können, bleibt neben der Vermeidung von Zeckenstichen bei Aufenthalt im Freien durch entsprechende Kleidung und die Verwendung von auf die Haut aufgetragenen Schutzmitteln, die Zecken vertreiben oder fernhalten die Schutzimpfung als einzige und sicherste wirksame Vorbeugemaßnahme.