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04.09.2019  -  364 Wohnungen bekommen Anschluß ans Fernwärme-Netz. - LVZ-Artikel

Delitzsch. Das wird ein gemeinsames Großprojekt für den Delitzscher Norden: Die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ (WBG) und die Stadtwerke Delitzsch (SWD) wollen gemeinsam 364 Wohnungen ans Fernwärmenetz anbinden. 16 Altneubau-Blöcke im Quartier zwischen Bitterfelder, Luxemburg, Schulze-Delitzsch-Straße und Karl-Marx-Platz, die noch aus den 50er-Jahren stammen, bekommen die neuen Anschlüsse.

Bisher werden Gasthermen genutzt, um diese Wohnungen zu beheizen und warmes Wasser zu erzeugen. „Diese Geräte wurden zwar nach der Wende eingebaut, aber sie sind nun am Ende ihrer Lebensdauer angelangt“, erläutert SWD-Geschäftsführer Robert Greb. Die reparaturanfälligen Thermen einfach gegen neue auszutauschen, sei weder ökologisch noch ökonomisch.

Ausreichend Fernwärme erzeugen die Stadtwerke Delitzsch im einige Hundert Meter entfernten gasbetriebenen Blockheizkraftwerk an der Sachsenstraße. Bisher werden von dort aus an die 2400 Wohnungen versorgt. Auch andere Gebäude wie das Fachmarktzentrum und Kaufland haben den Anschluss. Dieser Tage laufen die Arbeiten zur erneuten Erweiterung des Leitungsnetzes an.

Verkehrseinschränkungen wegen des Ausbaus wird es vor allem in der Rosa-Luxemburg-Straße geben, wo die Trasse in zwei Abschnitten bis zur Mittelstraße innerhalb von vier bis sechs Wochen verlegt wird. Vorwiegend können die Leitungen aber über die Grundstücke geführt werden. In der Schulze-Delitzsch-Straße ist es möglich, sie durch bereits vorhandene Leerrohre zu ziehen. Die Werner-Seelenbinder-Straße wiederum muss nur gequert werden.

Der Austausch in den Wohnungen selbst soll nun aber erst nach dem Ende der Heizperiode im nächsten Jahr zwischen Mai und Oktober passieren. „Sobald die nötigen Inneninstallationen abgeschlossen sind, wird das Haus auch ans Netz genommen“, kündigt Bernd Gollos, der im WBG-Vorstand für Technik verantwortlich ist, an. Es ist damit zu rechnen, dass es für jeweils drei bis vier Tage im Haus nur kaltes Wasser gibt. Altgeräte müssen jeweils de-, die neuen montiert, der neue Leitungsstrang im Schornstein verlegt und der Hausanschluss hergestellt werden.

Die Veränderungen in der Wohnung sind nicht groß: Die bisherige Gastherme nimmt in etwa den Platz eines Hängeschrankes ein. Stattdessen wird es künftig eine Wärmetauscher-Station in ähnlicher Größe geben, die sich noch besser hinter einer Schranktür verbergen lässt. Bisher kommt an dieser Stelle eine Gasleitung an, dann die Warmwasserleitung der Fernwärme. Warmwasserleitungen und Heizkörper in der Wohnung können bleiben wie bisher. Die Fernwärmeleitung bis zum Anschluss wird im Schornstein untergebracht.

„Der Installationsaufwand wird also minimiert“, stellt Michael Denef, Technischer Leiter bei den Stadtwerken, fest. Denn eine zentrale Heizung, die im Keller untergebracht ist, und von der aus die entsprechenden Leitungen gezogen werden müssen, ist nicht nötig. „Die Belastung für die Mieter wird somit reduziert“, erklärt Kai Hofmeier vom WBG-Vorstand.

„Das Verfahren ist zwar für Delitzsch neu. Aber anderswo erprobte Technik“, erläutert Robert Greb. Die Investitionskosten werden auf 800 000 Euro geschätzt. Die Gasanschlüsse für die Wohnungen bleiben. Denn viele Aufbau-Mieter und -Mitglieder nutzen auch Gasherde.

LVZ-Artikel vom 04.09.2019